Mode

Auf dem Weg ins Rampenlicht: Acht Tipps für angehende Profifotografen von Pauline Darley

04 Juli, 2017

Verfasst von: Pauline Darley

Die Artikelreihe „Auf dem Weg ins Rampenlicht“ beschäftigt sich mit ambitionierten Nachwuchsfotografen, die kurz davor stehen, mit ihrer Arbeit berühmt zu werden. Im dritten und letzten Artikel über die Beauty- und Modefotografin Pauline Darley spricht sie über acht Aspekte, die junge Fotografen auf dem Weg zur Profikarriere bedenken sollten.

Ich habe schon früh begonnen, als professionelle Fotografin zu arbeiten: Ich war 20 Jahre alt, und in den letzten sieben Jahren habe ich viel dazugelernt. Ich habe mir reiflich überlegt, welche Tipps ich Leuten geben möchte, die Profifotograf werden möchten.

Arbeit, Arbeit, Arbeit

Harte Arbeit ist für mich der Schlüssel. Fotografen arbeiten meist auf freiberuflicher Basis. Wir haben das Glück, unsere Shootings selbst zu gestalten. Da ist Kreativität gefragt! Am Anfang fotografierte ich jeden Tag und bearbeitete die Fotos am selben Abend. So habe ich jahrelang gearbeitet, und meiner Meinung nach hat mich das wirklich weitergebracht. Ich habe verschiedene Beleuchtungen, Bildkompositionen und Umgebungen ausprobiert, um meinen eigenen Stil zu finden. Sich mit dem Status quo zu begnügen, ist nicht zielführend – auch wenn gerade alles gut läuft, ist es wichtig, zu wachsen und sich weiterzuentwickeln. Deshalb mein Rat: Wenn du ein paar Tage frei hast, organisiere Fotoshootings!

Mit anderen zusammenarbeiten

Vertragsverhandlungen, Auftragsverwaltung usw. sind keine angeborenen Fähigkeiten, besonders dann nicht, wenn man es mit einem komplizierten Verwaltungssystem zu tun hat. Habe also keine Bedenken, wenn du jemanden damit beauftragst, diese Arbeiten für dich zu erledigen. (Du ersparst dir so eine Menge Stress). Lerne von anderen Fotografen. Bitte sie um Rat und Hilfe. Ein gutes Netzwerk ist sehr wichtig – gute Freunde, ein gutes und verlässliches Team, dem du vertraust. Für mich ist ein gutes Team das Geheimnis eines guten Fotoshootings.

Organisiere dich

Das ist für mich ein ganz wesentlicher Aspekt. Behalte den Überblick über deine E-Mails, Dateien, Festplatten und deine Shootings. Es gäbe dazu viel mehr zu sagen, als in ein paar Zeilen möglich ist. Deshalb fasse ich mich kurz: Organisation ist die Voraussetzung, um Fortschritte zu machen.

Tu nur das, was du möchtest

Ich weiß nicht, ob es wirklich einen „Trick“ gibt, um Profifotograf zu werden. Mein persönlicher Trick ist, das zu tun, was ich gerne tue. Mein Foto-Portfolio umfasst viele Motive. Sie können natürlich oder außergewöhnlich, im Studio oder im Freien sein. Es kann sich um Porträts, Mode- oder Beauty-Aufnahmen handeln usw. Aber: Ich mag alle diese Motive! Ich wollte mich nie auf eine Sache festlegen. Ich muss einfach Dinge ausprobieren. Ich tue das, was ich im Moment gerade tun möchte. Kunden werden immer bestimmte Vorgaben haben. Vielleicht hat der Zufall in meiner Karriere auch eine Rolle gespielt, aber darüber denke ich nicht mehr nach. Angehenden Profifotografen möchte ich aber den Rat geben, nur das zu tun, was ihnen gefällt. Fotografiere für dich selbst, nicht für andere.

Probleme

Ich kenne zwei Schattenseiten: Die erste ist fehlendes Selbstvertrauen. Wir mögen die eigene Arbeit selten – das passiert jedem, und das ist auch keine große Sache. Der beste Weg ist, sich selbst herauszufordern und immer weiterzuentwickeln. Denke nicht zu lange nach, sondern handle. Das zweite Problem ist die fehlende Nachfrage. Es gibt bestimmte Zeiten im Jahr, in denen du nicht so viel arbeiten kannst, wie du gerne möchtest (z. B. während der Feiertage). Nutze diese Zeit für dich, fahr weg oder denke über Ideen für Shootings nach.

Wissen, wann man aufhören muss

Es ist wichtig, auch mal Stopp zu sagen und eine Pause einzulegen. Nur so kannst du auftanken und die Inspiration finden oder wiederfinden. Das ist ein sehr wichtiger Aspekt der Tätigkeit als Selbständiger, aber es ist auch sehr schwer.

Probiere Neues aus

Denn nur so lernst du etwas – über dich selbst und wie du dich weiterentwickeln kannst. Probiere neue Belichtungen, andere Kompositionen, verschiedene Umgebungen aus. Verlasse deine Komfortzone und lass die Dinge auf dich zukommen. Vielleicht wird es ein kompletter Reinfall. Vielleicht erlebst du auch eine Überraschung. Du musst es ausprobieren, um es zu erfahren. Erlerne die Grundlagen, und dann probiere damit herum. Mach einen Schritt nach dem anderen. Und denke immer daran, dass es in Ordnung ist, zu scheitern. Das musst du dir selbst zugestehen.

Bleibe du selbst

Es ist sicher nicht dumm, sich zu verändern, um im Leben voranzukommen. Ich zum Beispiel bin in meiner Eigenschaft als Fotografin sehr zurückhaltend – sozusagen introvertiert. Das ist nun einmal so. Das kann ich nicht ändern. Dennoch habe ich an mir gearbeitet, und zwar an meinen Stärken. Ich habe meine Persönlichkeit auf meine Arbeit eingestellt.

Verfasst von: Pauline Darley