Porträts

John Russo lüftet seine Geheimnisse rund um das Licht bei Charakterporträts

27 Juni, 2018

Verfasst von: Clare Gillsäter

Diese und andere Storys lesen Anmelden oder kostenlos registrieren.

Wenn Sie kein Konto anlegen möchten, erhalten Sie keinen Zugriff auf Exklusivartikel.

Seit über 20 Jahren fotografiert John Russo Stars. Im Laufe der Zeit hat er seine Methoden der Lichtgestaltung und seine Fähigkeit perfektioniert, Kontakt zu den Menschen herzustellen, die er fotografiert. Die Harmonie dieser beiden Elemente in seiner Arbeit gipfelt in beeindruckenden Starporträts. Die höchste Auszeichnung für John „ist die Gewissheit, dass Bilder gesellschaftliche Unsterblichkeit erreichen werden.“

Zeitlose Klassiker

Seit seiner Kindheit hegt John die Liebe zur Fotografie. Der Auslöser dafür war sein Vater. Er sah ihm dabei zu, wie er Fotos von der Familie machte und erlebte dabei die Leidenschaft seines Vaters für seine Arbeit. Je älter er wurde, umso mehr wuchs seine Faszination für die Welt der Fotografie und die großartigen Fotografen, die sie bevölkern. Die Arbeiten von Herb Ritts, Bruce Weber und anderen Porträtfotografen regten seinen Wissensdurst an. Er versuchte, ihre Porträts nachzubilden und sich auf diese Weise ihrem Niveau anzunähern.

Und es funktionierte. John hat mittlerweile seine eigene Marke in der Porträtfotografie aufgebaut, die er selbst als „klar, klassisch und zeitlos“ beschreibt. Seine Bilder sind bahnbrechend und innovativ. Er wirbt für sich mit den Worten: „Ich kreiere einen Stil, der es schafft, die Zeit zu überdauern“.

Authentizität ist das Ziel

Alle Porträts von John zeichnen sich dadurch aus, dass sie Authentizität vermitteln. Wenn sich die Menschen vor der Kamera wohl fühlen, bringt das ihre beste Seite zum Vorschein und offenbart ihr authentisches Selbst. Im Laufe der Zeit hat John gelernt, wie er seine Modelle in geeigneter Form und maßvoll anleitet – mit seiner sanften, melodischen Stimme ebenso wie durch die Kommunikation mit Händen und Blicken. Seine Konzentration ist voll auf den Moment des Shootings sowie auf die Person vor ihm gerichtet.

Vor einem Auftrag stellt Johns Team bisherige Aufnahmen der jeweiligen Person zusammen. Auf diese Weise wird erkennbar, was funktioniert hat und was nicht und auch, wie das Moodboard aussehen sollte. Das Team informiert sich über das Leben, die Projekte und die Leidenschaften der Person. John bezieht den Hauptdarsteller des Shootings aber auch in die Regie mit ein, so dass er vorbereitet ist und in den Kreativprozess mit eingebunden wird.

Porträtlicht

Der nächste Schritt in diesem Prozess besteht in der Bestimmung des Lichtmusters. John nutzt zahlreiche Lichtformer von Profoto, um verschiedene Lichtmuster zu kreieren und mit dem Licht unterschiedliche Stimmungen für seine Porträts zu erzeugen. Johns zeitloser Stil und seine innovative Einstellung passen perfekt zu Profoto, denn Lichtqualität und Innovation sind unser Metier. John setzt die Produkte von Profoto schon seit Beginn seiner Laufbahn als Fotograf ein und betont, dass sie ihn „noch nie enttäuscht haben“.

„Bei einem Shooting kommen zahlreiche Variablen zum Tragen“, erklärt John. Für die Auswahl des richtigen Lichtmusters berücksichtigt er den Ort, die Stimmung sowie Geschlecht, Alter und Teint seines Modells. Das Licht kann leicht und hell sein, wenn eine Komödie beworben werden soll, oder auch stimmungsvoller, wenn es sich um ein dramatisches oder eher düsteres Projekt handelt.

John möchte auch erreichen, dass die Persönlichkeit des Modells in einem Porträt durchscheint. Die Wahl des Lichtmusters spielt dafür ebenfalls eine Rolle. Die Lichtgestaltung hilft dabei, die Geschichte der Person vor der Kamera zu erzählen – ihren Charakter herauszuarbeiten und zu betonen. Das ist der Schlüssel für die fesselnden Porträts, für die John bekannt ist.

Das Spiel mit dem Licht

Für sein Shooting mit Zack und Cara baute John einen Profoto D2 und einen Profoto Umbrella Deep Silver M mit einem Diffuser als Hauptlicht auf. Als Fülllicht verwendete er einen weiteren D2 mit einer Profoto Softbox Octa 5’. Schön war an diesem Setup, dass er das Licht nicht verändern musste, um das Lichtmuster anzupassen. Er bewegte dafür einfach das Modell.

Für sein Porträt von Zack entschied sich John, ein Short Light zu erzeugen. Das Short Light ist ein sehr beliebtes Lichtmuster in Kinofilmen, denn der Beleuchtungswinkel sorgt für ein sehr natürliches Aussehen. Die abgeschattete Seite des Gesichts ist der Kamera dabei am nächsten. Ein größerer Teil des Gesichts liegt im Schatten. Das Gesicht wird geformt und erhält mehr Struktur. John entschied sich bei Zack für diese Variante des Ausleuchtens, um dessen Gesichtszüge zur Geltung zu bringen.

Cara ist ein erfahrenes Fotomodell. Für ihre Aufnahmen wählte John eine Broad Light-Beleuchtung, bei der die angeleuchtete Seite des Gesichts der Kamera zugewandt ist. Dieses Lichtmuster beleuchtet einen größeren Teil des Gesichts. John wollte damit Caras wunderschönes Gesicht und ihre Kinnpartie herausarbeiten und ihre eindrucksvollen Augen betonen.

Inspiration für andere Fotografen

Besonders bereichernd ist für John an seiner Arbeit, dass er andere inspirieren kann – genau, wie es sein Vater bei ihm tat. Die Leidenschaft seines Vaters für seine Arbeit war für John der zündende Funke, den er an Fotografen weitergeben möchte, die noch am Anfang stehen.

Aber John will nicht nur andere für die Fotografie begeistern, sondern auch sich selbst weiterentwickeln. Sein kreativer und kommunikativer Geist in Verbindung mit der einfachen Handhabung und der Leistungsfähigkeit der Profoto Ausstattung spornen ihn an, sich immer weiter zu verbessern. Mit der richtigen Beleuchtung zeigt er seine Modelle von ihrer besten Seite. Alle seine Porträts erzählen eine Geschichte, und diese Geschichte weckt die Neugier des Betrachters, so dass er mehr darüber wissen möchte, was hinter dem Bild steckt.

Klassische Cover

Short Light

Beim Short Light erhält die Seite des Gesichts, die der Kamera abgewandt ist, das Hauptlicht. Die der Kamera zugewandte Seite ist weniger stark beleuchtet. Für dieses Cover-Porträt der Schauspielerin Kate Beckinsale entschied sich John für das Short Light, weil es ihrer Gesichtsform schmeichelt.

Broad Light

Beim Broad Light wird die der Kamera zugewandte Seite des Gesichts am stärksten beleuchtet. Für die Aufnahme von Ben Affleck wählte John diese Beleuchtungsvariante, um die maskulinen Gesichtszüge des Schauspielers zu betonen.

Split Light

Dieses Porträt von Schauspieler und Regisseur Tim Roth veranschaulicht das Split Light-Lichtmuster. John verwendet hier das Split Light, weil ein dramatischeres Lichtmuster erforderlich war, um das Gesamtkonzept zu realisieren. „Split“ bedeutet „aufteilen“, und wie der Name schon sagt, wird das Gesicht hierbei in zwei gleichgroße Hälften aufgeteilt – eine wird beleuchtet, die andere liegt im Schatten. Dieses Lichtmuster kommt häufig dann zum Einsatz, wenn Porträts effektvoller und dramatischer wirken sollen, etwa bei Aufnahmen von Musikern oder Künstlern.

Loop Light

Beim Loop Light-Muster wird das Modell in einem Winkel von ungefähr 45 Grad von vorn und von oben beleuchtet. Dadurch entsteht ein Nasenschatten, der schräg nach unten auf die Wange des Modells fällt. Er ist leicht gerichtet, denn das Licht fällt nicht flach auf das Modell. Trotzdem ist das Gesicht größtenteils ausgeleuchtet. Für dieses Cover von Bianca Balti für Harper‘s Bazaar wählte John die offene Loop-Beleuchtung, ganz einfach weil das Lichtmuster für dieses bildschöne Gesicht perfekt geeignet war.

Rembrandt-Licht

Das Rembrandt-Licht ist nach dem großen Meister benannt, denn er setzte dieses Lichtmuster häufig bei seinen eigenen Porträts ein. Ziel ist es hier, dass ein kleines auf der Spitze stehendes Dreieck auf der Wange des Modells entsteht, die der Lichtquelle abgewandt ist. Dieses Lichtmuster ist effektvoll und dabei sehr einfach. Diese Aufnahme zeigt Schauspieler Matt Damon mit einem Rembrandt-Licht. John liebt dieses Lichtmuster, und Matts Gesicht ist dafür wie geschaffen.

Butterfly-Licht

Butterfly ist das englische Wort für Schmetterling, und dieses Lichtmuster ist nach dem schmetterlingsförmigen Schatten benannt, der unter der Nase entsteht, wenn die Hauptlichtquelle über und direkt hinter Kamera platziert wird. Der Fotograf befindet sich bei der Aufnahme unter der Lichtquelle. Dieses Lichtmuster kommt häufig bei Modeaufnahmen zum Einsatz, ist jedoch auch bei älteren Modellen vorteilhaft, um die ein oder andere Falte zu kaschieren. Für dieses Mode-Cover von Harper‘s Bazaar entschied sich John für das Butterfly-Licht, um genau den Effekt zu erzielen, den der Moderedakteur sich wünschte.

Videofilmer: Tas Limur

BTS Fotograf: Justin Miller

Verfasst von: Clare Gillsäter

In dieser Story verwendete Produkte

Umbrella Deep Silver

Ein vielseitiger und in der Größe variabler Blitzschirm für ein kontrastreiches Licht.

RFi Softbox Octa

Ideal für schmeichelhafte Porträts

Air Remote

Synchronisation und manuelle Steuerung aller Profoto Blitze mit Air-Modul