Hochzeit

7.892 Aufnahmen, 7.892 Blitze: Profoto A1 und Two Mann Studios – ein unschlagbares Paar auf der Tanzfläche

16 Oktober, 2017

Verfasst von: Seth Chandler

Die volle Tanzfläche auf Hochzeitsfeiern zählt für Hochzeitsfotografen zu den größten Herausforderungen. Als Praxistest für den Profoto A1, den kleinsten Studioblitz der Welt, zum Profoto Thema „The world is my studio“ veranstalteten Two Mann Studios aus Kanada deshalb eine Tanzparty in einem Konferenzsaal mit schwarzen Wänden und schwarzer Decke – der absolute Albtraum für jeden Hochzeitsfotografen.

Vier Jahre in Folge wurde das kanadische Fotografenehepaar Lanny Mann und Erika Jensen Mann bereits von Fearless Photographers zu den besten Hochzeitsfotografen der Welt gekürt. Sie fotografieren bereits seit 2002.

Alles begann mit einer Bergsteigertour in Patagonien. „Die Fotografie war eine Möglichkeit, unsere Erlebnisse auf der ganzen Welt mit unseren Freunden und unserer Familie zu teilen“, erklärt Lanny.

Erika ergänzt: „Mit unseren Kameras fangen wir ein, was wir interessant finden. Das wiederum hat unseren Stil maßgeblich bestimmt. Wir lieben die raue Natur, beeindruckende Landschaften und Individualität. Die Kombination aus diesen drei Aspekten macht unseren Stil aus. Wir hoffen, er ist real, energiegeladen und wirkt nicht gestellt.

„Wir betrachten uns selbst nicht als kreative Fotografen“, fährt sie fort. „Am liebsten dokumentieren wir die Realität, denn wir können uns nicht vorstellen, was interessanter wäre als die Realität selbst.“

„Haben sie bei dem Slogan an uns gedacht?“

Als Profoto Two Mann Studios ansprach und fragte, ob sie den neuen Profoto A1 ausprobierten wollten, den kleinsten Studioblitz der Welt, waren die beiden ganz begeistert von den Möglichkeiten.

„Wir wissen von Kollegen aus der Branche, dass die Profoto Produkte in Qualität und Zuverlässigkeit unübertroffen sind“, berichtet Erika. „Allerdings passte bislang nichts aus dem Profoto Produktsortiment zu unseren minimalistischen Idealen. Bei einer Hochzeit oder anderen Shootings möchten wir eigentlich nichts weiter als eine Schultertasche dabei haben.“

Verständlich, denn die beiden kommen nicht aus der Studiofotografie. Ihr Ursprung liegt in der dokumentarischen On-Location-Fotografie. Lannys spontane Reaktion auf das Profoto Motto „The world is my studio“ war: „Haben sie bei dem Slogan an uns gedacht?“

Kein Wunder: Mit ihrer Leidenschaft für das Reisen haben Erika und Lanny ihr gesamtes Unternehmen – und ihren Lebensstil – so gestaltet, dass sie überall auf der Welt mit einem Laptop und sehr einfacher Fotoausstattung arbeiten können. Das Paar hat seine zwei kleinen Kinder sogar für ein Jahr von der Schule genommen, um die Welt zu bereisen, zu fotografieren und das alles in einem Blog festzuhalten. „,The world is our studio‘ entspricht genau unserem aktuellen Lebensstil“, erklärt Erika.

Der schlimmste Albtraum eines jeden Fotografen

Auch bei diesem Projekt wollten die beiden die Realität dokumentieren und entschieden sich deshalb, eine möglichst realistische Tanzparty zu organisieren. Dafür luden sie einige Hochzeitsfotografen und Hochzeitsplaner aus Calgary in eine lokale Disko ein.

Um es noch ein wenig schwieriger zu machen, buchten Two Mann einen optisch fragwürdigen Konferenzsaal mit schwarzen Wänden und schwarzer Decke – die jegliche Lichtreflexion unmöglich machten. „Dieser Veranstaltungsort ist bei den Fotografen von Calgary als schlimmster Albtraum berühmt-berüchtigt“, erläutert Lanny.

7.892 Aufnahmen – ohne einen einzigen Blitzausfall

Eine Tanzparty zählt zu den wenigen Situationen auf einer Hochzeit, in der das Two Mann-Fotografenpaar durchgängig ein Blitzgerät verwendet. Die bislang verfügbaren Geräte sind hier auch eine Behinderung. „Je nachdem, wie verrückt die Leute tanzen, machen wir auf der Tanzfläche zwischen 5.000 und 8.000 Aufnahmen“, so Erika. „Mit unserem derzeitigen System verbrauchen wir etwa 35 bis 40 AA-Batterien, und mindestens ein Drittel der Aufnahmen wird nichts, weil die Blitzfolgezeit zu lang ist.“

Lanny weist auch darauf hin, dass ihre Art zu fotografieren sich stark von der Studiofotografie unterscheidet, weil sie eben nicht JEDE kleinste Variable unter Kontrolle haben, die so entscheidend sind. „Die Realität spielt sich in dem Moment vor unserer Kamera ab“, erklärt er. „Darüber haben wir keine Kontrolle. Und wir müssen das Beste daraus machen.

Das heißt dann darauf zu hoffen, dass alles irgendwie hinkommt: dass die Kamera das richtige Motiv zum richtigen Zeitpunkt fokussiert und dass die Kamera in dem Moment auslöst, in dem sich das Motiv in der perfekten Position befindet – oder seine Haare. Das sind ein paar Mikrosekunden. Und dann hofft man, dass der Blitz tatsächlich auslöst.“

Zum Glück für alle Beteiligten wurde der Profoto A1 seinem Slogan „Never miss a shot“ mit absoluter Zuverlässigkeit gerecht. „In der Nacht des Profoto Shootings drückten wir 7.892 Mal auf den Auslöser, und es blitzte exakt 7.892 Mal – immer wenn der Auslöser klickte. UND: wir benötigten dafür lediglich einen Akku!“, konstatiert Lanny beeindruckt. „Das bedeutet, dass keine Aufnahmen mehr mangels Blitz misslingen. Das ist schlicht GENIAL!“

Dokumentation einer durchtanzten Nacht

Während des Shootings verwendeten Erika und Lanny einen Profoto A1 als Off-Camera-System sowie einen zweiten A1 an der Kamera als Auslöser. Für eine dramatische Schwarzweißaufnahme der Braut nutzten Two Mann das Umgebungslicht der DJ-Konsole als Belichtung für den Vordergrund. Dazu kam ein einziger Blitz, der die Tanzende rechts von der Kamera beleuchtete und in einem Winkel von etwa 90 Grad zum Motiv ausgerichtet war. „Manchmal zeigt eine Schwarzweißbearbeitung besser, was mit dem Licht passiert“, meint Lanny. „Wenn es sich beispielsweise um dramatisches, hartes Licht handelt, erzielt man mit einem Schwarzweiß-Foto einen besseren Effekt.“

Manchmal nutzten Erika und Lanny einen einzelnen Profoto A1 für mehrere Funktionen. Bei der Aufnahme durch die Beine des Gastes, der die Rolle des Bräutigams spielte, befand sich die Kamera beispielsweise auf Höhe des Fußbodens, und ein Profoto A1 an der Kamera diente als Auslöser. Ein Assistent mit einem Einbeinstativ hielt einen zweiten A1 in einem 80-Grad-Winkel zur Brautdarstellerin. „Wir benötigten lediglich einen Off-Camera-Blitz von der Seite“, erzählt Lanny. „Aber dieser eine Blitz diente auch als Hintergrundbeleuchtung für die Beine des Bräutigams. Auf diese Weise beleuchtet er die Braut von der Seite, ist aber gleichzeitig das Streiflicht für die Beine des Bräutigams.“

Streiflicht und schöne Hauttöne

Als die Nebelmaschine gestartet wurde, beleuchteten Erika und Lanny ihre Motive von hinten. Hierbei erzeugten sie mit einem Profoto A1 und einem zweiten Profoto A1 an der Kamera ein Streiflicht aus dem Inneren des Nebels. Die Bounce Card des A1 verwendeten sie zur Erzeugung des Fülllichts. „Wir haben uns für diese Lösung entschieden, weil wir wussten, dass der Nebel den Hintergrundblitz sehr gut aufnimmt und dann so etwas wie eine Leinwand für den Tanzenden entsteht“, erläutert Erika die Vorgehensweise.

Two Mann merkten auch, dass sie den Profoto A1 dank seiner TTL-Funktion einfach mit dem Umgebungslicht kombinieren konnten. Bei einer Aufnahme nutzten sie die Lichter des DJs als Hintergrundbeleuchtung für den Nebel. Den Profoto A1 platzierten sie als Off-Camera-System in einem Winkel von etwa 90 Grad links vom Motiv.

Eine weitere Aufnahme fror die Bewegung einer jungen Frau ein, die ihren Kopf zur Seite warf, sodass ihr Haar durch die Luft flog. Für das Foto stellten Two Mann einen Profoto A1 hinter ihr als Streiflicht auf und nutzten einen zweiten A1 mit Bounce Card, um sanfte, natürliche und wunderschöne Hauttöne zu erhalten.

„Die junge Frau schleuderte ihre Haare so richtig hin und her, und wir wussten aus Erfahrung, dass das Haar die Hintergrundbeleuchtung sehr schön aufnimmt“, erzählt Erika.

Einfache Bedienung spart geistige Bandbreite

Alle diese Kombinationen konnte das Fotografenpaar ohne vorherige Erfahrung mit dem Profoto A1 ausführen und ohne jemals eine Anleitung in der Hand gehabt zu haben. Die beiden hatten etwa zwei Stunden Zeit, um sich mit der Funktionsweise des Profoto A1 vertraut zu machen, bevor die Party anfing. Zwei A1 standen ihnen leihweise zur Verfügung. Sie wurden am Tag des Shootings geliefert.

„Wir hatten die Blitzgeräte zwei Stunden vor Beginn der Tanzparty in Händen“, sagt Lanny. „Ein Handbuch gab es nicht! Dass wir so schnell wussten, wie sie funktionieren, sagt eigentlich alles. Wir mögen das System sehr, denn unsere Herangehensweise an Blitzgeräte war schon immer sehr untechnisch. Wir haben nicht in Begriffen wie Blende, Verschlusszeit und Leistung gedacht. Es ist eher so wie das Abschmecken einer Suppe. Kann sie noch etwas mehr Salz vertragen oder weniger? Verwenden wir mehr Blitzlicht oder weniger?

Im Grunde genommen sind diese Blitzgeräte genau darauf ausgerichtet. Auf der Rückseite sind große Zahlen von 2 bis 10 aufgedruckt, und man schaltet einfach hoch oder runter.“

„Wir sind keine Technikfreaks“

Diese Bedienerfreundlichkeit war perfekt für die beiden Fotografen. „Wir sind keine Technikfreaks. Wir mögen Technologie nicht besonders, und die Kameramechanik ist uns völlig egal“, gibt Lanny offen zu. „Wir möchten nicht in den Sog der Mechanik unserer Ausstattung geraten. Deshalb war es schon immer wichtig für uns, dass das Equipment klein, leicht und so einfach wie möglich bleibt. Alles, was uns langsamer macht, verhindert, dass wir Momente einfangen, die so flüchtig an uns vorüberziehen.

Erika merkt noch an, dass sie versuchen, alles zu vermeiden, was sie aus dem Moment herausreißt. „Es geht nicht nur darum, dass uns das Equipment physisch ausbremst, sondern auch geistig. Wir möchten auf der Tanzfläche stehen, in Bewegung und auch mental zu 100 Prozent dort zu sein. Ich möchte keine geistige Bandbreite mit Gedanken zu Blitzeinstellungen und technischen Variablen verschwenden.

Ein paar Tage nach der Party haben wir auf einer Hochzeit fotografiert und hätten uns sehr gewünscht, die A1-Geräte dabeizuhaben. Es ist wirklich verrückt, wie schnell sich dein Körper und deine Psyche an Verbesserungen gewöhnen.“

Verfasst von: Seth Chandler

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